Verbandsarbeit
Auf dieser Seite stellen wir die aktuellen Informationen über die Arbeit des ÖMT zur Verfügung. Die bereitgestellten Informationen können uneingeschränkt verbreitet werden.
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27. Jänner 2010 |
Der ÖMT nimmt Stellung zur geplanten Eisenbahnkreuzungsverordnung |
Im Dezember vergangenen Jahres wurde vom BMVIT - Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie das Begutachtungsverfahren zu einer neuen Eisenbahn kreuzungsverordnung eingeleitet, um die seit 1961 bestehende Verordnung zu ersetzen.
Die bisher angewandte Sicherung von Eisenbahnkreuzungen mittels Andreaskreuzen bei einem gewährleisteten Sichtraum und ergänzt durch die Abgabe von akustischen Signalen der Triebfahrzeuge, soll nach Willen des BMVIT künftig nur noch bei Rad- und Gehwegen zulässig sein. Die an diesen Stellen überdies vorgesehene Herabsetzung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit der Schienenfahrzeuge stellt gegenüber der bisherigen Regelung eine klare Schlechterstellung dar. Durch die daraus resultierenden Fahrzeitverlängerungen wird ein attraktiver schienengebundener Personennahverkehr erschwert und eine Wettbewerbsverzerrung zugunsten des Straßenverkehrs bewirkt. Von Kraftfahrzeugen befahrene Eisenbahnkreuzungen bedürfen künftig einer aufwendigen technischen Sicherung durch Lichtsignal- oder Schrankenanlagen, was einen enormen finanziellen Aufwand für die Eisenbahninfrastrukturunternehmen zur Folge hätte.
Es ist zu befürchten, dass der verständliche Wunsch des BMVIT, durch diese Maßnahmen eine massive Verringerung der Unfälle auf Eisenbahnkreuzungen herbeizuführen, auf Grund der hohen Kosten und der Unmöglichkeit von Kofinanzierungen durch Länder und Gemeinden auch eine Auflassung von Regionalbahnen zur Folge haben wird. Der überwiegende Anteil dieser sehr spezifischen Unfälle hat seine Ursachen allerdings in einem krassen Fehlverhalten der Straßenverkehrsteilnehmer, denn die bestehenden Absicherungen werden oftmals ignoriert. Aus dem vorliegenden Verordnungsentwurf ist jedoch nicht erkennbar, wodurch derartige Defizite künftig beseitigt werden sollen.
Die Umsetzung der Bestimmungen der neuen Eisenbahnkreuzungsverordnung hätte fatale Auswirkungen auf den Fortbestand vieler Neben- und Anschlussbahnen und somit auch auf den Museums- und Nostalgiezugverkehr in Österreich. Sie würde unverhältnismäßige Belastungen für die Betreiber mit sich bringen und somit den Erhalt historischer Schienen-verkehrsmittel, -anlagen und -einrichtungen weiter erschweren.
Nicht genug, dass sich die ÖBB in strukturschwachen Regionen aus der Fläche zurückgezogen hat und auf vielen Strecken keinen Personenverkehr mehr anbietet, wird nunmehr auch der verbliebene Nostalgieverkehr gefährdet. Für viele Regionen bedeutet dies den Verlust eines attraktiven Tourismusangebotes und das Ausbleiben von Urlaubsgästen. Eine bedenkliche Entwicklung in diesen ohnehin wirtschaftlich schwierigen Zeiten!
Der ÖMT - Verband Österreichischer Museums- und Touristikbahnen hat als Interessensvertretung der in Österreich an der Erhaltung und dem Betrieb historischer Schienenverkehrsmittel tätigen Organisationen zu diesem Thema beim BMVIT, im Rahmen des Begutachtungsverfahrens, eine entsprechende Stellungnahme abgegeben.
Der ÖMT wird seine Mitgliedsorganisationen in dieser wichtigen Sache weiter unterstützen.
Hier geht’s zur Pressemitteilung
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21. Mai 2009 |
Der ÖMT nimmt Stellung zu den Praktiken der ÖBB bei der Preisgestaltung gegenüber Museumsbahnen und Nostalgiezugbetreibern |
In Folge ihres bedauernswerten Betriebsergebnisses haben die ÖBB, auf der Suche nach zusätzlichen Einnahmen, offenbar sämtliche Skrupel verloren, denn Anfang Mai dieses Jahres wurden vielen Museums- und Nostalgiezugbetreibern von der ÖBB-Personenverkehr AG, die bestehenden Einstellverträge für ihre historischen Schienenfahrzeuge per 31. August 2009 gekündigt. Ein Neuabschluss zu stark veränderten Konditionen, war die in den Kündigungsschreiben offerierte Alternative.
Doch nicht nur für den Nostalgieverkehr auf Normalspurbahnen kommen harte Zeiten, so hat etwa die ÖBB-Infrastruktur Betrieb AG, der von der Österreichischen Gesellschaft für Lokalbahnen betriebenen Museumsbahn „Ybbsthalbahn-Bergstrecke" die jährlichen Pauschalkosten für die Einfahrt der Züge in den ÖBB-Bahnhof Lunz am See mehr als verzehnfacht. Für eine Museumsbahn, die lediglich Gelegenheitsverkehr an Wochenenden in den Sommermonaten anbietet, eine kaum verkraftbare finanzielle Belastung.
Man vergisst bei den ÖBB offenbar, dass es sich bei den betroffenen Museumsbahnen und Nostalgiezugbetreibern nicht um kommerzielle Anbieter von Verkehrsdienstleistungen und somit um potentielle Konkurrenten handelt. Diese Organisationen bewahren das technische Kulturgut Eisenbahn in ihrer Gesamtheit und vermitteln ihren Besuchern lebendige Schienenverkehrsgeschichte an Hand betriebsfähiger Exponate. Sie sind nicht auf Gewinn ausgerichtet, werden durchwegs auf ehrenamtlicher Basis betrieben und fördern durch ihr Wirken in der Bevölkerung das Bewusstsein für die Eisenbahn als zukunftsträchtigen Verkehrsträger mit bewegter Geschichte.
Der ÖMT - Verband Österreichischer Museums- und Touristikbahnen - als Interessensvertretung der in Österreich aktiven schienenverkehrshistorischen Organisationen - befürchtet, dass diese Vorgangsweise der ÖBB den gut etablierten und allseits beliebten Nostalgie- und Erlebniszugverkehr stark einschränken, wenn nicht sogar dessen gänzliches Ende bedeuten wird. Durch die neue Preisgestaltung wird vielen Museums- und Touristikbahnen die wirtschaftliche Grundlage für einen Fortbestand entzogen. Für viele Regionen bedeutet dies den Verlust eines attraktiven Tourismusangebotes und das Ausbleiben von Urlaubsgästen. Eine bedenkliche Entwicklung in diesen ohnehin wirtschaftlich schwierigen Zeiten.
Der ÖMT wird seine Mitgliedsorganisationen bei den Aktivitäten zur Lösung der Probleme in jedem Fall unterstützen.
Hier geht’s zur Pressemitteilung